Grammatikstübchen

Grammatikstübchen

In meinem kleinen Grammatikstübchen gebe ich kurze Erklärungen zu sprachlichen Phänomenen.

Hierbei beschränke ich mich nicht auf reine Grammatikregeln, sondern gebe auch einen Überblick zu anderen relevanten Themen für Autoren.

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Das richtige Wort

AnekdötchenPosted by Mara Wed, August 12, 2015 12:29:38
Weil es so wunderbar ist:

Bismarck als Verteidiger der deutschen Sprache

Seine Sprachgewandtheit verdeutlicht besonders

gut die folgende Anekdote: Bei einem Festessen

saß Bismarck neben der Gattin des österreichisch-

ungarischen Gesandten Graf Karolyi. Sie zeigte

sich verwirrt durch die vielen, ihrer Meinung nach gleichbedeutenden Worte in der deutschen

Sprache, wie etwa speisen und essen. Bismarck

verteidigte seine Muttersprache mit den Worten:

„Verzeihen Sie, Gnädigste. Diese Wörter sind nicht

gleichbedeutend. Christus speiste die

fünftausend Mann, aber er aß sie nicht.“ Worauf

seine Tischnachbarin erwiderte, schlagen und

hauen meinten aber doch das gleiche. „Verzeihung, dass ich auch hier anderer
Meinung bin“,entgegnete darauf Bismarck, „sehen Sie, diese

prachtvolle Standuhr schlägt die Stunden, aber sie

haut sie nicht!“ Aber von den Worten senden und schicken

sei doch eines überflüssig.„Keineswegs“, erläuterte der Reichskanzler lächelnd.

„Denn Ihr Gemahl ist zwar ein Gesandter, aber kein geschickter.“

Worauf ihn die Gräfin fragte, wie es denn mit den Worten sicher und

gewiss aussehe. Auch hierauf hatte Bismarck

eine passende Antwort: „Nehmen wir einmal an,

dass hier plötzlich ein Brand ausbricht, so würde

es mir eine Ehrenpflicht sein, Sie, gnädige Frau,

sogleich an einen sicheren Ort zu führen, aber

um Himmelswillen nicht an einen gewissen Ort!“


Quelle: http://www.g-geschichte.de/pdf/plus/anekdoten_zeigen_bismarck_als_geistreichen_sprachkuenstler.pdf